Die Restauratorin Laura Noves arbeitet drei Jahre am Fresko Trionfo della Morte in Pisa. Das Restaurieren der beschädigten Malschichten zieht sie immer tiefer in ihre eigene, fragmentarisch erhaltene Familiengeschichte. Der Roman folgt der Struktur von Petrarcas Trionfi und verbindet kunsthistorische Reflexionen mit der Suche nach transgenerationalen Spuren. Das Fresko, das Vergänglichkeit und Tod darstellt, wird zum Spiegel von Lauras Leben. Ein Auszug erschien im Jahrbuch des Österreichischen Schriftsteller:innenverbandes 2024/25.
Die Sprache oszilliert zwischen dem, was beobachtend erfasst wird und objets trouvés aus Literatur, Philosophie, bildender Kunst.
In Zwischenbereichen des Noch Nicht und Nicht Mehr, in fluiden Zonen, die das Ungewisse offenhalten.
„ihre finger glitten über die seite, tasteten die erhebungen und vertiefungen ab, versuchten zu begreifen. sie war gewappnet mit einer fingerkuppe, die voraussah, die im voraus begriff: sie würde leben an der grenze von schrift.“
Die Geschichte einer Annäherung zwischen zwei Frauen, entstanden aus Gesprächen
mit nichtsehenden Menschen. Schreiben als Tasten im Ungewissen – ein Versuch
der Fokusierung auf den Hör- und Tastsinn, eine Suchbewegung, die wie das
Ertasten von Brailleschrift verläuft.
Das Buch verbindet verschiedene Ebenen des Hörens, Lesens und Tastens:
Braille- und Schwarzschrift sind übereinandergelegt, um ein lustvolles Erleben
des Textes für nichtsehende, sehbeeinträchtigte und sehende Menschen zu ermöglichen.
Kompositionen:
Reinhold Schinwald – Aufzeichnungen einer Blinden (2020)
Gestaltung: Janos Szurcsik
Realisiert als Live-Hörspiel mit büro lunaire.
Der Versuch einer poetischen Intensivierung in Form von Fußnoten. Landschaftsreste, Erinnerungspartikel, Momente in denen sich das Bewusstsein aus dem Fluss der Ereignisse löst. Die Sprache oszilliert zwischen dem, was die Autorin auffindet, recherchiert oder beobachtend erfasst. Eine Poetik des Fragments – als energetische Gewebe- und Aggregatzustände.
Kompositionen:
Reinhold Schinwald – Aufzeichnungen einer Blinden (2020)
„Die Texte kommen musikalischen Sprachbewegungen gleich, die Zwischenbereiche und Übergänge beschreiben...“ (Birgit Pölzl)
Ein schreibendes Ich, das versucht sich auszulöschen, sich zum Verschwinden zu bringen, doch nur scheinbar.
Libretti & Texte für Musiktheater
- GAIA - a dystopian vision (2018) | Komp: Hannes Kerschbaumer
- ungeduld (2015) | Komp: Leo Hofmann, Lukas Huber
- reinGOLD | Komp: Reinhold Schinwald